"Lösung für die nächsten Jahrzehnte "

 

 

Archivartikel

Seit einer Woche laufen bereits die Baumaßnahmen für den Neubau des BAG-Agrarzentrums in Buchen. Gestern ist nun auch der offiziell erste Spatenstich in der "Golsheumatte" erfolgt.

Buchen. Rund 7,3 Millionen Euro will die BAG Franken in das neue Agrarzentrum investieren. "Wartezeiten werden künftig der Vergangenheit angehören", so der Geschäftsführende Vorstand Uwe Schöttle gesten vor vielen Ehrengästen. Auch in Zukunft wolle die BAG Franken der Landwirtschaft ein leistungsfähiger Partner sein, was mit dem Neubau möglich werde. Die Anfahrt für die Landwirte werde sehr viel unproblematischer, die Innenstadt damit auch von Verkehr und Staubbelastung befreit. Das Agrarzentrum sei das größte, leistungsfähigste und modernste seiner Art, zwischen den Hafenstandorten Wertheim und Heilbronn. "Wir wollen mit diesem Standort keine Lösung für die nächsten Jahre, sondern für die nächsten Jahrzehnte schaffen", unterstrich Schöttle.

Das Gelände umfasst etwa zwei Hektar, wovon rund 8000 Quadratmeter bebaut werden. Der Rest wird für einen renaturierten Wasserlauf und andere Umweltausgleichsmaßnahmen genutzt. Die Tiefbau- und Betonarbeiten werden von der Firma Boller-Bau GmbH aus Distelhausen ausgeführt, für den gesamten Silokomplex zeichnet die Goldsaat Agrartechnik GmbH aus Prüm verantwortlich. Architektin ist Dorothee Keitel-Mayer. Künftig soll es möglich sein, 240 Tonnen Getreide in der Stunde zu erfassen - zuzüglich der 120 Tonnen im Flachlager - und 12 000 Tonnen zu lagern.

Glaube an gute Zukunft

Die Investition stehe, so MdB Alois Gerig, für den Glauben an eine gute Zukunft des ländlichen Raumes und sei ein starkes Signal. Er zollte dem Vorhaben Respekt und Anerkennung und hob hervor, dass ein zuverlässiger Partner für die Landwirte immer wichtiger werde.

"Nach einem langen Planungsvorlauf und der einen oder anderen Ehrenrunde geht es jetzt tatsächlich los", so Landrat Dr. Achim Brötel. Die intensiven Diskussionen hätten sich aus seiner Sicht aber eindeutig gelohnt. Sämtliche offenen Fragen seien einvernehmlich geklärt worden. "Es ist sicher richtig, dass man mit einer solchen Anlage keinen Verschönerungspreis für das Landschaftsbild gewinnen wird", so der Landrat, doch sei man von einem noch unberührten Fleckchen Natur bereits jetzt ziemlich weit entfernt. Brötel nannte den Bau der Umgehungsstraße und die Abfahrt Buchen-Ost, die die Situation schon erheblich vorgeprägt hätten. Auch städtebaulich sei es natürlich absolut richtig, eine solche Anlage aus der Stadt heraus an einen verkehrstechnisch wesentlich besser geeigneten Standort zu verlagern.

Sorgen kommen zu spät

"Wer sich da Sorgen um die Silhouette der historischen Stadt macht, der hätte sich schon wesentlich früher sorgen müssen, nämlich als der jetzige Siloturm in der Eisenbahnstraße gebaut wurde", stellte der Landrat klar. Wenn irgendetwas nämlich wirklich die Silhouette der historischen Stadt beeinträchtige, dann sei es der alte Turm, sicher aber nicht die neue Anlage, die hier entstehe.

"Nun kommen wir endlich auf die Zielgerade eines Projekts, für das die Stadtverwaltung sich auf der planungsrechtlichen Seite schon seit 2013 eingesetzt hat", freute sich Bürgermeister Roland Burger über den Baubeginn. Es sei viel diskutiert worden und es seien einige Kompromisse nötig gewesen. Der Standort sei keine freie Natur, aber ein zentraler Punkt. Viele hätten sich damit schwer getan, aber eine eindeutige Mehrheit sei für das Projekt. "Wir sind zu einer Lösung gekommen, mit der alle Seiten leben können, nicht zuletzt auch durch die Reduzierung der ursprünglich geplanten Höhe der 15 Silos von 21 Meter auf 18 beziehungsweise 14 Meter", bilanzierte Burger.

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