Ein großes Projekt für Markelsheim

© Peter D. Wagner

 

Enorm großes Besucherinteresse verzeichnete eine Bürgerinfoversammlung zum bevorstehenden Ersatzneubau der Tauberbrücke in Markelsheim.

 

Markelsheim. Bei dem Informationsabend in der fast komplett gefüllten Markelsheimer Turn- und Festhalle, der gemeinsam von Ortschaftsrat, Stadt Bad Mergentheim und Landkreis veranstaltet wurde, standen Details des Brückenneubaus sowie der geplanten Maßnahmen zur Verkehrsumleitung und eines Brückenprovisoriums während der rund einjährigen Bauphase im Mittelpunkt. Zudem standen neben Ortsvorsteherin Claudia Kemmer und Oberbürgermeister Udo Glatthaar der Projektplaner Christian Meißner und Amtsleiter Markus Metz vom Straßenbauamt des Main-Tauber-Kreises als auch Stadtbaudirektor und Fachbereichsleiter Bernd Straub sowie Sachgebietsleiter „Tiefbau und technische Dienste“ Xaver Halbmann seitens der Stadt Bad Mergentheim für Fragen und Diskussionen zur Verfügung.

 

„Es gab von Beginn an bei allen beteiligten Seiten sowohl Übereinstimmung, dass ein Brückenneubau notwendig werde, als auch dass es für die Bauzeit eine Behelfsbrücke geben müsse, um weite Umwege aufgrund Umleitungen für den Normalverkehr zu vermeiden“, betonte Glatthaar. Die sehr rege Besucherresonanz belege, dass die Thematik nicht nur für die Bürger aus Markelsheim, sondern auch darüber hinaus von hoher Bedeutung sei. Nachdem der Kreistag das Bauprojekt einstimmig beschlossen habe und die Vergabe der Arbeiten erfolgt sei, stehe die Realisierung unmittelbar bevor.

Als weiteres Projektthema nannte Glatthaar die Restaurierung der beiden Brückenfiguren Kilian und Urban sowie eine Wiederherstellung des Heiligen Nepomuks als dritte Figur. Diese sei nach Kemmers Angaben bei der Sprengung der Brücke in der letzten Kriegsphase 1945 unwiederbringlich zerstört worden und habe nicht wie die beiden anderen Brückenschutzpatrone durch Sanierung wiederhergestellt werden können.

Laut Glatthaar werde bei der Stadt Bad Mergentheim ein Spendenkonto zur Restaurierung der beiden bestehenden Brückenheiligen sowie zur Schaffung der neuen Nepomuk-Statue eingerichtet.

„Ein großes Projekt steht uns bevor“, unterstrich Claudia Kemmer. Sicherlich habe die Erneuerung der 1952 bis 1953 errichteten Altbrücke Auswirklungen auf den lokalen Verkehr sowie auf Tourismus, Gastronomie und Gewerbe, dies sei von den verantwortlichen Planern jedoch bei den Lösungsplanungen so weit wie möglich berücksichtigt worden. „Es wird gewisse Beeinträchtigungen geben, ich denke aber, dass ein gutes Ergebnis gefunden wurde“, betonte die Ortsvorsteherin, die zudem die gute Zusammenarbeit der Beteiligten hervorhob.

Im Anschluss stellten Christian Meißner vom Landratsamt und weitere Akteure die Planungen und Abläufe für den Brückenneubau sowie die damit einhergehenden provisorischen Fußwege und Straßenumleitungen vor. Nachrechnungen und Untersuchungen durch ein Ingenieurbüro im Jahr 2016 hätten gezeigt, dass statische Nachweise nicht erfüllt werden könnten und eine Sanierung unwirtschaftlich sei. Daraufhin sei einerseits zum Beispiel eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h und ein Gewichtslimit von 30 Tonnen pro Fahrspur eingeführt worden, andererseits habe man mit der Planung eines Ersatzneubaus begonnen. Weitere wesentliche Eckpunkte seien im Juni 2018 die Aufnahme in den kommunalen Sanierungsfond für Brückenbauwerke und im Oktober die Vergabe der Bauleistung an die Firma Boller Bau in Distelhausen durch den Kreisrat gewesen.

Im ersten Bauabschnitt gehe man noch in diesem Dezember insbesondere die Verlegung bestehender Leitungen an. Nach Einrichtung eines Brückenprovisoriums werde ab Februar der Kfz-, Rad- und Fußgängerverkehr über eine Behelfsumgehung geleitet. Gleichzeitig erfolgen der Abriss der alten und der Baubeginn der neuen Brücke.

Die asphaltierte Behelfsumfahrung zur Aufrechterhaltung des örtlichen Verkehrs führe unter anderem über die Grünfläche „Esel“, für Kfz und Radfahrer über die vorhandene Brücke nebst einer provisorischen Parallelbrücke für Fußgänger über den Mühlkanal sowie über eine Behelfsbrücke gemeinsam über die Tauber. Die Umfahrung werde durch die Hochwassertore geführt, so dass keine Eingriffe in den Damm notwendig seien. Zwischen dem nördlichen Hochwassertor und der provisorischen Tauberquerung werde der Verkehr auf dem einspurigen Fahrstreifen durch eine Lichtsignalanlage geregelt. Zudem erhalte die Behelfsstrecke ebenfalls eine Gewichtsbeschränkung von 30 Tonnen und ein Tempolimit von 30 km/h. Zusätzliche Schilder sollen auf die Sperrung für Sattel- und Gliederzüge hinweisen. Für Schwerlastverkehr über 30 Tonnen oder bei Sperrung der Behelfsumfahrung bei Hochwasser werde eine weitläufigere Umleitung ausgeschildert.

„Das Projekt ist sehr wichtig, ich hoffe, Sie sagen alle, das Projekt ist auch richtig“, meinte Glatthaar in einem Schlusswort nach einer sachlich geführten Frage- und Diskussionsrunde.

© Peter D. Wagner

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