Windpark Gerichtstetten

rgermeister: bürgerwindpark ist ein vorzeigeprojekt

 

Vertreter des Gemeinde- und Ortschaftsrates und Bürgermeister Volker Rohm informierten sich bei einer Begehung über den aktuellen Stand des Bürgerwindparks Gerichtstetten. 2020 war das erste volle Betriebsjahr der sechs Windkraftanlagen. © Adrian Brosch

Eine informative Begehung des Bürgerwindparks Gerichtstetten fand am Donnerstag mit Bürgermeister und Vertretern des Gemeinde- und Ortschaftsrates statt.

Gerichtstetten.

Mit einer maximalen Rotorhöhe von 131 bis 159 Metern fallen sie schon von weitem auf, die sechs imposanten Windkraftanlagen des Bürgerwindparks Gerichtstetten – und 2020 war ihr erstes volles Betriebsjahr. Auch deswegen lud Harald Schmieg als Geschäftsführer der Firma EKS-Solartechnik am Donnerstag Vertreter des Hardheimer Gemeinderats sowie des Gerichtstettener Ortschaftsrats nebst Bürgermeister Volker Rohm und Revierförster Martin Sauer zu einer durchaus informativen Begehung des Leuchtturmprojekts ein.

Alternativen gesucht

Im Schatten einer der Anlagen erinnerte Harald Schmieg an die Vorgeschichte. Dabei klammerte er auch vorhandene Probleme nicht aus: Nachdem die „Windenergie Gerichtstetten“ 2013 gegründet worden war, fand im Jahr darauf die erste Informationsveranstaltung zum Bürgerwindpark statt. „Seinerzeit hatte man noch andere Standorte als die endgültigen Punkte im Auge, musste aber aus diversen Gründen nach Alternativen suchen“, erinnerte Schmieg.

Auch Vogelschutzuntersuchungen sowie nötige Umplanungen verzögerten die Umsetzung etwas; die Genehmigung für den Park für zunächst vier Windkraftanlagen wurde Ende 2016 erteilt. Im Juni 2017 begannen die Baumaßnahmen derselben, die schließlich im März und Juni 2018 in Betrieb genommen wurden. „Kurz danach wurden jedoch modellspezifisch den Typ Enercon E-138 betreffende Risse am Übergangssegment des Turmes von Beton auf Edelstahl festgestellt“, blickte Harald Schmieg zurück. Fast ein Jahr lang wurden weitere Konzepte zur Sanierung erörtert und verwirklicht: „Erst Ende 2019 drehten sich die Räder dann so, wie es eigentlich von Anfang an hätte sein sollen“, erklärte er am Beispiel von Zahlen. Mit einer Geschwindigkeit von 1500 kW pro Stunde – 4200 schafft die Anlage im Höchstfall – liefere ein Rad des Typs Enercon E-141 in etwa den prognostizierten Ertrag.

Erwartungen werden erfüllt

Aktuell könne man sich nicht beklagen: „Der Ertrag erfüllt unsere Erwartungen“, bilanzierte Schmieg und sprach von 156 Kommanditisten, was rund 60 Prozent des Kapitals entspricht und für einen „Bürgerwindpark par excellence“ spreche. Maßgeblichen Anteil am insgesamt zufriedenstellenden Projektverlauf trage die gute Zusammenarbeit mit der Verwaltung und dem Forst: „Wir haben immer offen über alles diskutiert und das Ziel verfolgt, uns mit allen Anrainern benachbarter Grundstücke einig zu werden – das ist uns gelungen“, hob Schmieg hervor und dankte allen Beteiligten.

Bürgermeister Volker Rohm sprach von einem langen, mit einigen Herausforderungen gespickten Weg und bezeichnete sich selbst als „überzeugten Freund alternativer Energien“, von denen die nachkommende Generation profitieren werde.

Neue Energiequellen müssten stärker berücksichtigt werden, um Lebensstandard wie Lebensqualität zu erhalten. Dafür sei der Bürgerwindpark Gerichtstetten „ein absolutes Musterbeispiel“, zumal trotz nicht zu verleugnender schwerer Eingriffe in Natur und Landschaftsbild eine positive Situation eintreten werde: „In einigen Jahren hat sich das momentan Grau in Grau schimmernde Bild in die Natur integriert“, betonte er. Auch Gerichtstettens Ortsvorsteher Wolfgang Walzenbach lobte das Projekt.

Tümpel angelegt

Dass auch Harald Schmieg die Natur ein wichtiges Anliegen ist, unterstreicht die Anlage von Tümpeln im Bereich Zigeunerbrunnen/Meisenbrunnen. „Diese Begleitaktion wurde durch den Bürgerverein initiiert“, hielt der Geschäftsführer fest und verwies auf ehemalige Quellen, die reaktiviert wurden.

Wie Revierförster Martin Sauer anfügte, habe man hierzu im Januar 2021 letzte Arbeiten abgeschlossen, indem „kleine Stücke gerodet“ worden seien und die starke Frostphase ausgenutzt wurde. „Ohne Zufluss durch Regen müssen wie Tümpel von sich selbst zehren – und das Wasser fließt vom einen Tümpel in den Anderen“, erläuterte er das System.

Im weiteren Verlauf der Begehung – nach und nach wurden sämtliche sechs Anlagen des Parks besucht und auch durch die Experten Ulrich Fröbisch (Enercon) sowie Björn Hartmann und Christian Horn (Boller-Bau, Distelhausen) vorgestellt – wurden zahlreiche Fragen der interessierten Räte beantwortet.

Gemeinderat Jürgen Schretzmann sprach von einem „Vorzeigeprojekt, das keinen Vergleich zu scheuen braucht“, ehe Bürgermeister Rohm für die Führung dankte. Trotz corona-bedingten Abständen und daraus resultierend nur einzeln möglicher Begehung der Türme habe man sich ein aussagekräftiges Bild machen können.

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